Indische Luntenschlossmuskete Toradar, wohl 19. Jh., Kaliber 16 mm, Rundlauf mit Mündungskopf
Eisen, Holz und kupferfarbenes Metall, indische Luntenschlossmuskete (Toradar), Vorderlader, wohl 19. Jh., Kaliber 16 mm. Sehr langer, schlanker Rundlauf mit tulpenförmig erweitertem, mit Rillen graviertem Mündungskopf, am Laufansatz Wulstringe und Kimme, der Lauf mit mehreren Metallbändern am Schaft gehalten, darunter ein kupferfarbenes Band am Ansatz, auf dem Lauf die Prägung „JPR/EXR/214532“ und zwei weitere, verschlagene, nicht lesbare Punzen. Schmaler, gerader Vollschaft mit geradem Kolben, aus mehreren Teilen zusammengesetzt, das Oberteil mit der Laufauflage in den Schaft eingesetzt, Ladestock unter dem Lauf, seitliche Pfanne mit Schiebedeckel, hakenförmiger Luntenhahn mit Rest einer gelben Lunte, an der Schaftunterseite ein Abzugshebel. Mechanik funktioniert, Kratzer am Schaft. Bitte besichtigen. L. 175 cm
Der Toradar ist die indische Form der Luntenschlossmuskete, die in Nord- und Zentralindien vom 16. bis ins 19. Jh. gebaut und bis etwa 1830 als gebräuchliche Feuerwaffe geführt wurde. Sein Luntenschloss arbeitet nach dem ältesten Zündprinzip der Handfeuerwaffen: Der Luntenhahn senkt die glimmende Lunte beim Ziehen des Abzugs auf das Zündkraut in der seitlichen Pfanne. In Europa war dieses System nur bis ins 17. Jh. in Gebrauch, in Indien blieb es weit länger die Regel. Der lange, schlanke Lauf mit ausgestellter Mündung und der gerade, schmale Schaft unterscheiden den Toradar von den europäischen Musketen seiner Zeit.