Perkussions-Vorderlader, vollgeschäftet, graviertes Schloss, Prägenummer „133/80“, um 1860
Gewehr im Kaliber 18 mm mit an der Kammer flächig angesetztem, nach vorn rundem Lauf, dort geprägt „133/80“, am Kammeransatz eingelegte schmale Messinglinie, gegenüber dem Schloss eingeritzte, nicht mehr lesbare Zahlen- und wohl Buchstabenkombination. Perkussionsschloss (Vorderschloss), Schlossblatt mit Punktrand und leichter Rankengravur, Hahn graviert. Rotbraun polierter Nussbaum-Vollschaft bis kurz vor die Mündung, Pistolengriff gewaffelt. Zwei flache Messingbänder und Messing-Nasenkappe, eiserner Abzugsbügel mit eingerolltem Sporn, eiserne Riemenbügel, Ladestock vorhanden, Kimme nicht vorhanden, nur noch deren Platte erhalten. Altersgemäßer Zustand, Mechanik funktioniert, Metall flächig genarbt und weißgrau marmoriert, Gravuren berieben, Holz mit dunklen Flecken und Trockenriss am Kolbenblatt. Bitte besichtigen. L. 118 cm.
Das Vorderschloss, englisch bar-action lock, auch vorliegendes Schloss genannt, ist die klassische Form des Seitenschlosses: Hahn und Schlagfeder liegen neben dem Lauf, die Feder vor dem Hahn auf dem Schlossbalken. Schlossplatten mit Punkt- und Linienrand sowie Rankengravur an Platte und Hahn gehören zur Ausstattung von Perkussions-Jagdwaffen des 19. Jhs., während die Ordonnanzgewehre der Zeit meist glatte Schlösser trugen. Der Vollschaft mit Messinggarnitur und Laufringen folgt der Bauweise der Infanteriegewehre der Perkussionszeit, die ab 1840 in Preußen und Frankreich die Steinschlossmusketen ablösten. Beim Schuss schlägt der Hahn auf das auf den Piston gesetzte Zündhütchen, dessen Zündstrahl durch den Zündkanal die Pulverladung im Lauf entzündet. Freier Vorderlader, Erwerb ab 18 Jahren.