Sechs Kanonenkugeln für eine Feldschlange, Eisenschlacke, Herzog Julius Hütte Langelsheim, um 1575
Eisenschlacke, sechs Kugeln für eine Feldschlange, Herzog Julius Hütte, Langelsheim, Braunschweig / Wolfenbüttel, um 1575. Partie von sechs historischen Kanonenkugeln mit graubrauner, rauer und poriger Oberfläche, alle mit umlaufender Gussnaht. Die Kugeln stammen aus einem verfüllten Graben in Wolfenbüttel, der in den 1960er Jahren ausgebessert wurde. Altersgemäße Erhaltung. D. 4 bis 5 cm, G. 183 bis 241 g je Kugel.
Herzog Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel (1528–1589) regierte ab 1568, förderte Bergbau und Hüttenwesen im Harz und machte die Oker zwischen Wolfenbüttel und dem Harz schiffbar. Im Jahr 1569 führte er eine neue Artilleriemunition ein, Kugeln, die aus der Schlacke der Harzer Metallhütten gegossen wurden. Hergestellt wurden sie bis 1585 in der Frau-Sophienhütte und in der 1575 gegründeten Herzog-Juliushütte bei Astfeld, heute ein Ortsteil von Langelsheim, wo Erze aus dem Rammelsberg bei Goslar verhüttet wurden. Allein 1572 gelangten 54.000 dieser Geschosse nach Wolfenbüttel, weitere 73.000 lagen auf Vorrat. Die Schlackenkugeln sparten Eisen, zerbrachen aber oft schon beim Abfeuern oder kurz nach dem Verlassen des Geschützrohrs.