Scheibenbüchse mit Perkussionsschloss, Achtkantlauf, Stecher, Backenkolben und Lederriemen, um 1875
Eisen, Holz und Leder, Scheibenbüchse mit Perkussionsschloss, Vorderlader, um 1875. Achtkantlauf mit geraden Zügen, Halbschaft, Kolbenhals gewaffelt, Ladestock mit rundem Holzkopf unter dem Lauf, ovale Metallplatten am Vorderschaft, auf der Schwanzschraube die eckige Aufnahme für den Diopter, der Diopter fehlt. Perkussionsschloss mit Rankengravur auf Schlossplatte und Hahn, Piston, Stecher mit zwei Abzügen, Abzugsbügel mit Fingerauflage in Volutenform, auf der Gegenseite geschweiftes Gegenblech in Rocailleform, Backenkolben mit eiserner Kolbenkappe mit Kugelknauf, genieteter Lederriemen am Kolben. Altersgemäßer Zustand, Mechanik funktioniert, Lauf rostnarbig. L. 121 cm
Scheibengewehre sind Sportwaffen für das Präzisionsschießen auf Scheiben und waren im 19. Jh. die Hauptwaffe der Schützenfeste und der Wettkämpfe in Gilden und Vereinen. Kennzeichnend sind der Diopter als Visier, der Stecherabzug für einen feinen Abzugswiderstand und der Schaft mit Backe, der beim Anschlag Halt gibt. Der schwere Achtkantlauf und die Kolbenkappe mit Kugelknauf gehören zur Ausstattung der Perkussions-Scheibenbüchsen um die Mitte des 19. Jhs. Das Schützenwesen mit solchen Büchsen hatte seine Schwerpunkte in Österreich, Deutschland und Norditalien.